Benthochromis Haltung und Zucht

  • Benthochromis


    Das Wort kommt vom griechischen : „benthos“ = Tiefe + „chromis“ = das ist eine alte Bezeichnung für Buntbarsche


    Die Gattung Buntbarsche (heute Cichlidae), ist im ostafrikanischen Tanganjikasees endemisch .


    Ich will hier aber gar keinen neuen Steckbrief erstellen.


    Nur den Köder auswerfen, für die vereinzelt vorhandenen Teil - Informationen die es über die erfolgreiche Haltung und Zucht dieser schönen Tiere gibt .
    Diese zusammen zu bringen, um es, dem ein oder anderen engagierten Aquarianer, zu ermöglichen, erfolgreich in der Haltung und vor allem in der erfolgreichen Zucht / Vermehrung , zu sein .


    Sicher ein Fisch für Spezialisten . Ich bin sehr gespannt was es an Erfahrungen hier im Forum gibt.

  • Hi Reiner,
    soviel ich weiß, hat bisher keiner die Tiere wirklich gezielt nachgezogen.Bei dem einen Beispiel wurden mal ein oder zwei NZ im Filter entdeckt. Die Tiere werden halt auch zu hundérten bzw. tausenden vom See Albrecht kleine WF importiert. Die NZ sammeln sich in Schulen an Ufernähe und sind recht leicht abzufischen. Kannst dir vorstellen, was den Importeur das Abfischen und Versenden dieser 4cm Fischchen kostet. Nix.


    Grüße


    Joe

  • Hi


    ich hatte damals das war bevor es den Euro gab eine Gruppe von 2:9 Benthochromis tricoti aus Sambia bei mir schwimmen.
    2:4 davon hatte ich mir bei Oliver in Bad Salzufflen ( Aquacave ) gekauft.
    Den Rest hatte ich von Emmerich aus Hungen ( Aquaristik am Pferdeturm ) dazu bekommen.


    Für Herrn Emmerich hatte ich damals Cyphotilapia Frontosa und alle möglichen Farbschläge von Tropheus gezüchtet.


    Kaufpreis lag bei Oliver damals bei ca 350 DM pro Tier - Emmerich hat die Tiere gegen Nachzuchten getauscht.


    Becken war 250x80x60cm groß, nur indirekt beleuchtet, komplett voll mit Schwimmpflanzen und feinem Quarzsand als Bodengrund.
    Damals gab es noch keine Nanostream aber Tunze hatte damals Turbellen 4002 im Angebot.
    Waren allerdings auch noch Stromfresser gewesen.


    Eingerichtet war das Becken mit dunklem Schiefer - so wie er bei uns im Taunus vorkommt.
    Große einzelne Brocken und diese dann mit flachen Platten als Dach verbaut.


    Das Becken wurde des öfteren umgebaut und verändert weil die Tiere nicht wirklich schön und aktiv waren.


    Beifische waren anfangs Tropheus und Gnathochromis - ( man wusste damals ja auch noch nicht das Tropheus Aufwuchsfrfesser sind )
    Danach waren dann Frontosa und Gnathochromis mal an der Reihe.


    Diese Vergesellschaftung war dann auch final in dem becken drinnen.


    Beleuchtung wurde natürlich auch desöfteren verändert.
    Anfangs waren da 4 Doppelröhren 150cm & 100cm drüber Warmton und Violett war damals angesagt.
    Viel zu hell - erst als auf Tageslicht und einer indirekten Raumbeleuchtung umgestellt hatte fühlten sich alle Tiere im Becken wohl.


    Die Fütterung umfasst wie damls nicht unüblich gekochtes Rinderherz, Regenwürmer, Mehlwürmer, Mückenlarven ect.
    Alles nur kein Flockenfutter.


    Ich konnte damals gut beobachten das die Benthochromis das Futter gierig von der Oberfläche inhalieren.
    Wer zuerst beisst bekommt das meiste - war anscheinend die Devise.


    Daher waren bei mir Waserhyazinthen, Krebsschere und Cryptocoryne als Deckung und Rückzug in dem Becken drinnen.


    gebalzt wurde überwiegend morgens wenn die ersten Sonnenstrahlen in den Raum einfielen.
    Der Rest vom Tag wurde gepost und das in blau, gelb und violett Farbtönen.


    Ein Ablaichen konnte ich in einer flachen Grube im Sand und auch auf der höchsten Stelle der Steinaufbauten beobachten.


    Bild/Filmdokumentation gibt es darüber keine ( zu der Zeit war noch nicht an Digitalkamera für Jedermann zu denken ).


    Wie lange nun wirklich die Tragzeit ist - länger als 6 Wochen auf alle Fälle.


    Bei mir hatte das Paar Gnathochromis in dem Becken einmal eine Brut und ich habe hier frische Artemia gefüttert.
    Dabei konnte ich feststellen das auch das vermeintlich brütende Weibchen von den Benthochromis mit vorgestülptem Maul nach den Nauplien schnappte.
    Ein Junges konnte ich dabei erkennen und es hatte einen richtig großen Dottersack - lässt auf eine sehr lange Brutzeit schließen.


    Wie Joe schon geschrieben hat - Manfred Edinger damals aus Lambsheim hat einmal Junge Benthochromis gehabt.
    Im Jahr 2002 hat Franz ( Tricoti ) mal einen Artikel in der DATZ geschrieben.


    Bei mir waren es 5 Junge so um 1995 herum.
    Niemand wollte die damals haben - schon alleine weil es nur 5 Stück waren.
    Der Preis den ich damals dafür aufgerufen hatte - den interessierte niemand.
    Lieber wollte man Xenotilapia red princess, Copadichromis firecrest kaufen.


    Kurze Zeit später kamen dann auch schon SNZ aus Burundi auf den Markt.
    Anfangs 50-70 DM für 4cm große Fische - heute bezahlt man für die SNZ zwischen 20-25€


    Zuletzt noch - die Tiere wachsen anfangs recht schnell.
    Nach dem Entlassen sind Sie 2cm groß und im ersten jahr wachsen Sie dann bis auf gut 10 cm heran.
    Dann stagniert das Wachstum, und wann Sie geschlechtsreif sind weiß ich leider nicht.


    Soweit von mir - mal schauen ob noch jemand etwas dazu sagt.

  • ... kann ich leider nicht beantworten.
    Es stand danach eine Familliengründen an.
    Umzug - Verkleinerung - Kinder - Neustart.


    Man kann ja neuerdings hier im Forum für 1,5% etwas mehr als 4,5 Mio. Euro bekommen.
    Das wäre doch schon mal ein Start.


    Irgendwann wenn Platz im Haus ist dann wird es noch einmal versucht.

  • Hi,


    Danke erstmal an Thomas :thumbsup: .....das er doch aus dem geheimen Nähkästchen geplaudert hat :D;)


    Ich hab mir gestern Abend in der Dämmerung nochmal das größte Mädel angeschaut..... sie hielt sich im Balzrevier des Männchens auf der auch unabläßig aber ruhig poste........ vorn vorn betrachtet ist die Haut zwischen den Kiemendeckeln schon ordentlich nach unten gewölbt. Luft konnte ich im Maul nicht sehen, allerdings auch nix anderes da Sie stehts auswich wenn man der Scheibe zu nahe kam. Ich werd mich mal auf die Lauer legen um ein Foto frontal , leicht von oben in das Maul, zu schießen.....bei entsprechender Vergrößerung sollte man dann was sehen wenn was da ist.......

  • Hi,


    Zitat

    Darf man mal fragen was ihr für die Tiere bezahlt habt

    JA , darfst Du Reiner .............................................................


    ;) Die Jungen Wilden aus Burundi , mit ca. 4-6cm, verkauft Diethelm um die 20 Euro/Tier......


    Hier mal noch der Link zu dem Thema Mini Benthochromis......... was ja hier mit dazu paßt.....

  • Danke Thomas auch von mir. Sehr interessanter Bericht.
    20 € ist ja nicht soooo teuer wie ich dachte.
    Hab immer nur Berichte gelesen wie sie mit dekompressions Stopps aus 40 Meter tiefe an die Oberfläche - gezogen werden.
    Wegen dem hohen Druckausgleich über mehrere Tage


    Das die kleinen so weit oben zu fangen sind wusste ich nicht.
    Aber gut bei 20 € für WF ist der " Markt " für Nachzuchten nicht ganz so groß wie ich dachte
    Wobei es bei einem Schwarmfisch natürlich schon einen Unterschied macht ob ich 10 Tiere für 20 € oder für 8-10 € bekomme 8)


    ist es warscheinlich mit Cyprochromis vergleichbar ? ?( das sie im Artenbecken ihren eigenen Jungtieren nicht nachstellen nach dem Entlassen ?
    Die 5 Jungtiere hast du im Filter gefunden / zufällig entdeckt im Becken ? raus - gefangen ? oder der Mutter aus dem Maul geschüttelt ?

  • Habe mal von einem Bentho-Halter gehört, dass die tragenden Weibchen gut mit feinem Futter (Artemia Nauolien) gefüttert werden müsen.
    Ich würde es aus Kostengründen mal mit aufgeweichten, dekapsulierten Artemien versuchen. Anfangs vielleicht mit lebenden mischen, um die tricotis daran zu gewöhnen.
    Grüße
    Matthias

  • Matthias


    Hast du von denen auch gehört ob sie Junge durch bekommen haben ?
    was ihnen sonst so aufgefallen ist ?
    Vielleicht ein Guter Grund die alten Kollegen von damals wieder mal anzurufen und ein bischen zu quatschen :D