Schneckenbrüter aus dem Gehäuse bekommen.....

  • Hallo zusammen,

    ich bin nicht sicher ob das Thema sicher hierhin passt, aber ich stell's einfach mal hier ein.....

    Welcher Halter von Schneckencichliden kennt nicht das Problem, dass sich die Tiere tief in ihr Gehäuse verziehen, gerade wenn man sie aber mal aus dem Becken nehmen muss, um sie ggf. zu transportieren etc.??

    Einige werden sagen, dass man die Tiere doch auch im Gehäuse transportieren kann.....Ratsam ist das aber nicht. Es kann gut gehen, muss aber nicht. Im schlimmsten Fall dreht sich das Gehäuse so ungünstig im Beutel, dass das Tier darin erstickt. Auf kurzen Distanzen kann es wie gesagt funktionieren, Ich würde es aber keinem raten, der seine Tiere sicher von A nach B bekommen möchte....:ohoh:

    Es gibt ein paar Optionen die Tiere aus dem Gehäuse zu bekommen. In meinen Aufzuchtbecken benutze ich öfter auseinander gesägte Weinbergschneckenhäuser, die ich mittels eines Gummiringes wieder zusammenfüge. So sind die Tiere zum einen (inkl. Gehäuse) schnell gefangen und auch schnell wieder aus dem Gehäuse befreit, indem ich im Kescher oder Beutel einfach den Gummiring abnehme, das Häuschen so zerlege und dann entnehmen kann . Kleiner Extratipp bei den zweiteiligen Gehäusen ist, dass sie bei N. brevis auch zur Paarfindung im Aufzuchtbecken dienen können. So ist es gewährleistet, dass der potentielle Käufer, der ein Paar N. brevis haben möchte auch ein sicheres "Paar" bekommt....;) Das funktioniert natürlich nur wenn die Tiere die Geschlechtsreife erreicht haben.....


    IMG_20200522_153301.jpg

    Hier ein Bild eines "zersägten" Schneckenhauses


    Ich muss aber der Ehrlichkeit halber dazu sagen, dass das Sägen des Schneckenhauses sehr vorsichtig passieren muss und es nicht immer sicher klappt....


    Jetzt möchte natürlich nicht jeder Schneckenhäuser mit Gummiringen im Becken haben oder es ist auch nicht so ratsam z.B. ein orginales Neothauma Gehäuse zu zersägen, da diese ja nicht ganz so preiswert sind....:rolleyes:

    Eine weitere Methode (ohne das Schneckenhaus zu zerstören) die Tiere aus dem Gehäuse zu bekommen ist, das Gehäuse im Becken erhöht auf z.B. einen Stein zu legen und warten bis sie rauskommen, hoffentlich nach unten schwimmen und den Weg zurück ins Schneckenhaus nicht mehr finden.....

    Diese Methode habe ich auch schon öfter angewendet, muss aber sagen, dass da vieles schief gehen kann, wenn die Tiere z.B. das Gehäuse vom Stein werfen, sich am Stein orientieren und wieder ins Gehäuse finden usw. Also das kann funktionieren, kann aber auch ein großes Geduldspiel werden....:nixweiss:


    Eine weitere Methode, ohne das Gehäuse zu zerstören, möchte ich euch jetzt vorstellen und sie ist mMn sehr funktionell und effektiv.

    Im Baumarkt gibt es für kleines Geld kleine Kunststoff-Leimzwingen/klemmen. An diese Klemmen könnt ihr einfach eine Schnur ankonten, das Schneckenhaus vorsichtig einklemmen und an der Schnur ins Becken hängen (siehe Bild)

    IMG_20200511_152942.jpg

    So aufgehängt findet das Tier/die Tiere normalerweise nicht mehr zurück ins Gehäuse, da nichts darunter ist woran es sich orientieren könnte. Wenn der Gehäuseaus-eingang noch vorsichtig etwas weiter nach unten zeigend ausgerichtet wird, geht es meist noch etwas schneller.....

    Trotzdem sollte man auch hier ein bisschen Geduld haben und es kann je nach Art auch schon einen Moment dauern bis das Tier letztendlich sicher raus ist8o

    Ich hoffe das hilft vlt dem ein oder anderen mit dieser Art Problemchen etwas weiter:beerdrink:


    Ach ja, wenn jemand sonstige Methoden oder Ideen für o.g. Thema hat, kann/sollte er/sie das hier unbedingt vorstellen....8o

    Gruß Jens


    _____________________________________________________________________


    Alles wird gut........dauert halt...!!!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von bongo ()

  • Hallo Jens,

    nein, bei den ornatipinnis sind keine Röhrchen im Becken..... Das sind reine Schneckenhausnutzer.....

    Bei den L. signatus und kungweensis sind die in den Sand gesteckten Röhren wichtiger, da diese beiden Arten, wie auch die extrem seltenen L. laparogramma, eigentlich keine Schneckenbrüter sind, sondern in der Natur Höhlen/Röhren in den Schlamm buddeln um zu brüten und sich zu verstecken. Im Aquarium werden aber auch Schneckengehäuse von den Tieren genutzt....:opa:

    Gruß Jens


    _____________________________________________________________________


    Alles wird gut........dauert halt...!!!

  • Tolle Impulse!!!


    ABER: Wie zersägst du denn eine Weinbergschneckenhaus?
    Zerbricht das nicht?
    Was für eine Säge nutzt du?


    Und wie kann man es exakt wieder verbinden, dass der Gang intakt ist?
    Stelle ich mir sehr schwierig vor

  • Tolle Impulse!!!


    ABER: Wie zersägst du denn eine Weinbergschneckenhaus?
    Zerbricht das nicht?
    Was für eine Säge nutzt du?


    Und wie kann man es exakt wieder verbinden, dass der Gang intakt ist?
    Stelle ich mir sehr schwierig vor

    Hallo Torsten,

    wie schon geschrieben, ist es ein bisschen tricky ein Gehäuse zu zersägen und ich habe anfänglich auch ein paar Ausschuss-Gehäuse produziert bis ich die passende Richtung etc. gefunden hatte.

    Ich nutze eine kleine Puk-Säge und lasse mir seeeeeehr viel Zeit beim zerschneiden des Gehäuses und arbeite mit nur wenig Druck. Dann klappt es mittlerweile recht gut.....

    Wenn dann nach dem Schneiden das Gehäuse wieder mit dem Gummiring so ausgerichtet und fixiert wird, wie es vorher ungefähr als ein Teil zusammen war, passt das mit dem Gang meist ziemlich gut wieder.....;)

    Gruß Jens


    _____________________________________________________________________


    Alles wird gut........dauert halt...!!!

  • ...

    Eine weitere Methode (ohne das Schneckenhaus zu zerstören) die Tiere aus dem Gehäuse zu bekommen ist, das Gehäuse im Becken erhöht auf z.B. einen Stein zu legen und warten bis sie rauskommen, hoffentlich nach unten schwimmen und den Weg zurück ins Schneckenhaus nicht mehr finden.....

    Diese Methode habe ich auch schon öfter angewendet, muss aber sagen, dass da vieles schief gehen kann, wenn die Tiere z.B. das Gehäuse vom Stein werfen, sich am Stein orientieren und wieder ins Gehäuse finden usw. ...


    Hi Jens,

    ein Bekannter wendet diese Methode abgewandelt mit einem Trinkglas an. Er entnimmt den zu fangenden Kandidaten mit seinem Haus. Stellt ein Trinkglas mit dem Boden nach oben in das Transportgefäß (geht bestimmt auch im Becken) und legt das Schneckenhaus mit Inhalt auf das Glas.


    Er sagt, wenn der Cichlide das Haus verlassen habe und zum Boden geschwommen sei, fände er es so gut wie nie wieder, weil er sich an dem Glas nicht orientieren würde.


    Ob das wirklich besser klappt weiß ich aber nicht.

    Ein weiterer Vorteil könnte sein, wenn der Glasboden einen Rand hat, rutscht das Schneckenhaus evtl nicht so schnell runter.