Huminstoffe im Tanganjika-Aquarium

  • Moin,


    da die Huminstoffe gerade in einem anderen tread angesprochen wurden hier nochmal ein Spezial zu dem Thema.


    Da für mich Huminstoffe immer gleich bedeutend mit Weichwasser waren, wäre es interessant Näheres zu dem neuen Wundermittel zu erfahren.


    Die welche das Mittel schon nutzen, können ihre Erfahrungen bzg. Produkt, Dosierung, Einfluß auf die Wasserwerte, Farben, Laichfreudigkeit etc. hier kundtun. Interessant in dem Zusammenhang wäre ob die Auswirkungen messbar sind oder eher auf der „gefühlt sind sie farbiger und besser und größer und schokoladiger“ Ebene anzusiedeln sind. Die Industrie will uns ja manches unnütze Ding aufschwatzen.


    interessiert mich echt....

  • Hallo Holger......

    Habe gestern den Tobi von Aquaowner angeschrieben.....ich beschäftige mich im Moment auch mit dem Thema Huminstoffe. Er hat ein interessantes Info Video dazu raus gebracht.....ich habe Ihn direkt mal gefragt was Er davon hält die Stoffe in unseren Becken einzusetzen.....hab dazu im allgemeinen die ostafrikanischen Seen mit Ihren besonderem Wasserwerten benannt. Ich denk mal das Er mir demnächst antwortet. Ich geb dann Bescheid was Er dazu meint.....

    Grüße

    Matthias

  • Hallo Holger,


    Ich verfolge das Thema auch schon etwas länger. Ich habe aber nichts zum Tanganjikasee finden können. Aber zum Baikal-See. Die dortige Fischfauna wird durch in Gewässern außerhalb des Sees vorkommende Huminstoffe so stark gestresst, dass sie den See deshalb nicht durch die Zu-und Abläufe (falls nicht grade ausgetrocknet) verlassen kann.

    Von daher sehe ich das momentane, komplett pauschalisierte Anpreisen von Huminstoffen als eher kritisch.

    Es erinnert irgendwie an die ganz frühen Anfänge der Ostafrika-Aquaristik, als man noch glaubte, dass Malawis und Tanganjikas unbedingt saures, weiches Wasser brauchen - bloß weil das bei anderen Zierfischen auch so war.

  • Moinsen,

    Huminstoffe würde ich nicht einsetzen, aber Seemandelbaumblätter oder frische Weidenzweige.

    Ich habe von einem Fischfreund aus dem Schwarzwald folgende "Wasseraufbereiter" bekommen:

    Microbe-Lift Wasserpflege und Thera P Tierpflege, die gebe ich nach jedem WW hinzu und 4 große Seemandelbaumblätter auf 450 l.

    Mein kranker und zerrupfter Kopfsteher-Skalar hat sich bestens wieder erholt und die Flossen wachsen prima nach.

    Im Südamerikabecken gebe ich wenn dann Erlensud mit hinein, aber ins Tanganjikabecken würde ich es nicht geben.

  • Bei Südamerikabecken wie oben geschrieben von Maggi kein Problem , oder Brackwasserbecken kann man es durchaus anwenden da ist das Wasser schon verfärbt , aber bei einem Tangnjikabecken wollte ich das nicht da sollte das Wasser klar und nicht verfärbt sein , ist aber nur meine Ansicht .


    Und zweitens halte ich von diesem Zeugs nicht soviel , mir hat mal einer gesagt , wenn ich eine Tasse Kamillentee neben oder auf das Becken stelle , dann habe ich die gleiche Medikation oder Wirkung in meinem Becken .

  • Hi


    dass Huminstoffe Krankheiten heilen, bzw. lindern können halte ich für eine clevere Verkaufsidee.

    Im Tanganjika bzw Malawisee schon garnicht.


    Schon eher könnte es damit zusammen hängen, dass in Südamerika die humingefärbten Schwarzwässer einen sehr niedrigen PH Wert haben, was bekanntlich die Keime stark reduziert.


    Hat aber mM nach nix in Afrika zu suchen. :nixweiss:


    Gruß Tom

  • hallo,


    in jedem natürlichen gewässer gibt es huminstoffe.


    sie entstehen auf natürliche weise bei der zersetzung organischer stoffe quasi als "abfallprodukt".


    man muss huminstoffe nicht in der menge zugeben, dass sich das wasser färbt. das ist nicht nötig. es reicht, wenn sie vorhanden sind um ihre positive wirkung zu entfalten. ich gehe davon aus, dass in den ostafrikanischen grabenseen keine großen mengen enthalten sind, aber sie sind vorhanden.


    es ist auch richtig, dass huminstoffe im körper eine gewisse stresssituation verursachen, aber genau die ist es, die den körper der fische "trainiert" und damit das immunsystem stärkt und die stressempfindlichkeit erheblich reduziert.

  • Hi,


    das würde erklären, warum sich noch keine meiner Naturholzwurzeln negativ


    auf meine Tanganjikabecken ausgewirkt hat !!:opa::joint::joint:


    Das Ganze ist bei genauer Betrachtung durchweg logisch, die komplette Welt


    besteht aus organischer Zersetzung, das wird in den tropischen Regionen mehr sein


    und in der Sahara eher weniger!! Auf jeden Fall hat jeder lebende Organnismus tagtäglich


    damit zu tun, das die dunkelgefärbten, auf dem Boden liegenden Petros davon genesen,


    da habe ich echte Zweifel, vorbeugend wäre da evt. was gegangen!!:opa:


    Stress haben die so schon genug, da braucht man keinen mehr dazu erzeugen.:ohoh:


    Grüße, Dirk

  • Hi Holger,

    hab das schon oft gemacht. Der Tip kam mal von Kappe. Geht darum, dass Huminsäure eine positive Wirkung auf die Darmflora hat und außerdem die Tiere beruhigt werden. Also eher für gestresste Tiere, gerade bei neuen Tieren. Das ist nicht als Medizin gedacht, sondern zur Unterstützung. Rein pflanzlich, nix Chemie. Das wird auch viel in der Humanmedizin genutzt bei Schleimhautbeschwerden, Darm etc. Einfach mal googeln. Quasi Kamillentee bei Schnupfen. Sollte man auch nur paar Tage machen, nicht über längere Zeit. Den pH-Wert hat es bei mir nicht gesenkt.

    Für die, die ihn nicht kennen, Kappe ist studierter Veterinär, kein Spinner, der irgendwas verkaufen will. Er setzt halt lieber erst mal auf Homöopathie, nicht gleich auf die Chemiekeule. Aber wenn ich lese, dass Tropheus nur in klarem Wasser gehalten werden dürfen, scheidet die Huminsäure da halt aus. Da bleibt dann nur Nifu oder Metro.


    Grüße


    Joe

    „Im übrigen gilt ... derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht“ (Kurt Tucholsky)

  • Hi Joe


    meine Einlassungen bezogen sich auf die kranken Petros, will da Kappes Kompetenz keinesfalls in Frage stellen.

    Ist natürlich ein Unterschied, die Abwehrkräfte der Tiere zu stärken oder eine Krankheit zu behandeln.

    Ob im Tanganjikasee Huminstoffe vorhanden sind, mag sein, jedoch mit Schwarzwasserbiotopen wohl kaum zu vergleichen. Oder vereinfacht ausgedrückt, sehr niedrige PH Werte senken die Keimdichte, aber im Tanganjikasee wohl nicht praktikabel :joint:




    Gruß Tom

  • Hi,


    Sind dann nicht in Becken mit vielen Pflanzen genug Huminstoffe durch sich übersetzende Blätter etc oder könnte bzw sollte man ruhig noch Seemandelbaumblätter dazu packen?

    Mit freundlichem Gruß Stefan

    Die Einstellung der Menschen verändert sich nicht dadurch das Feindbilder ausgetauscht werden.

  • Hi Tom,

    kein Problem, wollte das nur noch mal erwähnen, ganz allgemeine. Dass das bei den Petros hilft, ist fraglich. Aber mir ging es um die prinzipielle Frage von Holger.


    Grüße


    Joe

    „Im übrigen gilt ... derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht“ (Kurt Tucholsky)

  • Hi Stefan, mit Seemandelbaum machst nix falsch, muss man halt kaufen, günstiger sind getrocknete Walnussbaumblätter, hat fast jeder Zweite im Garten, nur wichtig erst gegen Herbst ernten und gut durchtrocknen.

    Wie schon geschrieben, ich hatte einen ziemlich fertigen Skalar, mitlerweile schwimmt er wieder normal und hat auch sein Mädel...