Einsetzen neuer Fische und "Problematik" Bakterienstämme

  • Hallo zusammen


    Ich habe seit ein paar Monaten eine neue Gruppe semiadulte Cyprichromis Speckleback Rainbows "Cape Tembwe" (50 Stk.) im 1000l Becken schwimmen. Diese Gruppe liegt mir extrem am Herzen.

    Ebenfalls sind im Becken noch einige Leleupis, Lamprologus Speciosus und Altolamprologus drin.


    Ich möchte in 4-6 Wochen den bestehenden Besatz noch mit einer Gruppe Fadenmaulbrüter sowie ein paar Caudopunctatus ergänzen.


    Da ich Bedenken wegen dem Zusetzen von neuen Bakterienstämmen und damit im schlechtesten Falle möglichen Verlusten habe, möchte ich möglichst die Risiken minimieren.


    Wie würde Ihr vorgehen beim Einsetzen der Fische?

    Sind meine Bedenken begründet?

    Soll ich die Fische in ein separates Becken setzen und das Wasser vom künftigen Becken mit dem Quarantändebecken langsam aber stetig während ein paar Wochen miteinander mischen?


    Oder ist dies alles nicht erforderlich und kann bedenkenlos vorgehen beim Einsetzen?


    Wie sind Eure Erfahrungen?

    Wie geht Ihr vor?

    Welche Ratschläge könnt Ihr mir machen?


    Für Eure Hilfe wäre ich Euch dankbar.


    Beste Grüsse

    Patrick

  • Sehr berechtigte Frage, Patrick 👍🏼

    Meine diesbezüglich schlechten Erfahrungen machte ich allerdings nicht beim Zusetzen von anderen Arten in ein Cyprichromini-Becken sondern nur umgekehrt, d.h. konkret: Zusetzen von adulten Paracyprichromis in ein Lamprologini- Becken und Nachsetzen adulter Cyprichromis in ein bestehendes Cyprichromis-Becken.

    Mehr kann ich dir leider nicht sagen …. und wünsche dir, dass dein Plan ohne Verluste funktioniert!

  • Dazu kann man bactopur "flüssig" nehmen.

    Vorallem bei Xenotilapia und Cyprichromis ein gutes Mittel.

    Manche nehmen die halbe Dosis wie angegeben, manche die volle.

    UV-C kann anfangs auch helfen den Keindruck gering zu halten.


    Jenachdem wie das Becken gefiltert ist, kann es auch hilfreich sein ,ein Teil des Filtermaterial auszuwaschen . Was auch den Keimdruck senkt.

    Die ersten Tage und 2 Tage vorm einsetzen der neuen Nicht bis sehr sparsam füttern.

    Ein Wasserwechsel mehr, schadet natürlich auch nicht.

  • Ich hätte weniger Bedenken wegen Bakterienstämmen

    Das 1000 Liter Becken hat ne volle Bakterienflora

    Kommen da ein paar Bakterien von anderen Fischen rein....... ich glaube nicht das dies ein gut eingefahrenes Becken bakteriell verschiebt im Sinne einer Darmunverträglichkeit für eine FischArt

    Eine Gruppe Fadenmaulbrüter die Revier Druck aufbaut, Caudopunktatus die auch nicht grad ohne sind........ die würden mir schon mehr Sorgen machen.

    Zumal die Leleupis ihre Reviere nun auch nicht so einfach aufgeben werden, verlegen oder die Neuzugänge nach oben schieben . In Richtung Cyprichromis. Die bekommen keinen direkten Kampf........ aber Druck....... und das schlägt ihnen auf den Magen. Nicht die fremden Bakterien. So zumindest mein Gefühl.

    Ich würde die nicht zusetzen

    Gruß Reiner


    P.S. Es gibt Selbsthilfegruppen für Menschen die mit mir zu tun haben

  • Hallo Reiner,


    bei einer echten "Bakterienunverträglichkeit" hat das nichts mit gut eingefahren oder voller Bakterienflora zu tun. Die Erreger sind schlicht so fremd für das Immunsystem, dass es quasi wehrlos ist und überrannt wird, wenn diese Erreger in entsprechender Menge zugeführt werden.

    Zum Glück ist so etwas sehr selten. Vorbeugen kann man da nur über langes gegenseitiges Anpassen.


    Bei den anderen Punkten gebe ich dir recht. Ein solches Zusetzen dürfte zu Stress auf beiden Seiten führen.


    Was meiner Meinung nach auch immer noch oft unterschätzt wird, ist das Füttern bzw Nicht-Füttern beim Zusetzen neuer Fische. Ein Fisch der verdaut steckt nicht seine ganze Energie ins Immunsystem. Von daher sollte man beim Zusetzen eine Woche lang nicht füttern.

  • Wie du sagst Malte :thumbup:



    wenn diese Erreger in entsprechender Menge zugeführt werden.


    In einem voll eingefahrenen Becken, Filter mit Bakterien voll, Becken dichte Flora.......

    Nun kommen XY Fische dazu.....mit fremden Bakterien......... gut, hilfreich ist bestimmt wenn sie nicht gefüttert wurden und starke Mengen Kot absetzen ( mit Bakterien) ..... aber selbst wenn....... die fremden Bakterien werden sich nicht so stark vermehren können in der gewachsenen Bakteriensuppe eines gut eingefahrenen Beckens.

    Von was denn, auf welchem Medium denn. Da fallen vermutlich im Verhältnis gesehen 5 Bakterien auf 500000 etablierte die ja eine stabile auf das Becken ( Wasserwerte, /Temperatur/ Futtermenge/ Lichtverhältnisse) Population.


    .. in ein nicht eingefahrenes Becken , zwei verschiedene Bakterienstämme zusammensetzen mit zwei sensiblen Fischarten.......... ok........... vielleicht möglich das es da bakterielle Probleme geben kann für die Tiere die nur eine Art kennen..

    Aber wenn der Rest stimmt, Platz, Futter, Wasserwerte......... ich glaub das sollte eher selten passieren. Weise es aber nicht von der Hand.

    Das mit dem Stress passiert oft. Zu kleine Becken, zu viel Besatz.

    Auf Bakterien schieben ist vielleicht oft einfacher als auf die eigene Unvernunft.


    gibt es deines Wissens wissenschaftliche Daten über das Phänomen Bakterienunverträglichkeit beim Einsetzen in ein stabiles Biotop ?

    Flusskrebssterben usw...... ok das sind dann Bakterien die für eine Art tödlich sind und ne andere Art nicht. :/

    Gruß Reiner


    P.S. Es gibt Selbsthilfegruppen für Menschen die mit mir zu tun haben

  • Ich finde das mit den Bakterien bei den Carnivoren nicht so extrem wie bei Herbivoren.


    Da würde ich bis auf einen ordentlichen Wasserwechsel kurz bevor die neuen kommen und dann in den ersten zwei bis drei Wochen alle paar Tage einen kleinen WW erst Mal gar nichts mit der Chemie Keule machen.

    Sondern vorerst nur beobachten.


    Die Fadenmaulbrüter zum bestehenden Besatz würde ich mir aber auch schenken. Je nach Einrichtung würde ich da wohl eher Xenotilapia dazu setzen.

    Mit freundlichem Gruß Stefan

    Die Einstellung der Menschen verändert sich nicht dadurch das Feindbilder ausgetauscht werden.

  • Hallo Mario


    Es sollen Cyathopharinx foai Halembe sein. Sie wären ca. 4-5cm gross.


    Die Cyprichromis kommen manchmal recht in Fahrt. Ich würde jedoch mal behaupten dass sie nur innerartlich ruppig sind.


    Die Erläuterungen von Reiner kann uch nachvollziehen mit dem Druck/Stress. Vielleicht müsste ich den aktuellen Besatz umstellen? Die Leleupis rausnehmen. Die Caudopunctatus nicht einsetzen?


    Ich würde halt insbesondere die Cyathopharinx gerne einsetzen.


    Beste Grüsse

    Patrick

  • Grad die cyathopharynx sind mimosen, auch wenn sie mal um einiges größer werden als die Heringe.

    Die Cyprichromis werden schnell rausbekommen, das man die cyathopharynx nur schief anschauen muss ...


    1000liter sind ja schon ordentlich, 50 C.l.cape tewbwe aber auch.

  • Hallo,


    1.) die Cyprichromis sind auf keinem Fall nur innerartlich Aggro wenn sie in Fahrt kommen.

    2.) die Chemiekeule solltest du in Reichweite haben, grade bei Fadenmaulbrütern ( Nasuta Arten ) hatte ich schon bakterielle Unverträglichkeiten die denen von Tropheus nicht nachstanden.

  • Hi,

    ich muss zugeben, dass ich mir bisher nie wirklich Gedanken über dieses Thema beim Einsetzen neuer Fische gemacht habe.

    Klar, das übliche Wasser angleichen etc habe ich schon beachtet.


    Wie kann denn eine mögliche Reaktion beim Neubesatz und mit unterschiedlichen Bakterienstämmen etc aussehen?

    Also was passiert im schlimmsten Fall?

    Kippen sofort alle auf einmal um? Oder ist das eher ein schleichender Prozess?


    Ich hatte ja mal einen Komplettausfall von 6 X. papilio Msalaba und 12 X flav. Nyanza lac, wobei diese 12 von zwei Besitzern erworben wurden.

    Nach und nach sind mir ja alle Tiere verstorben über einen Zeitraum von fast 3 Monaten.

    Ich frage mich daher, ob das ggf auch mit den Bakterienstämmen damals zu tun haben könnte. 🤷🏼‍♂️🤔


    VG

    Flo

  • Hallo


    Also wenn ich dies kurz zusammenfasse und richtig verstehe seht Ihr das Problem nicht unbedingt bei den verschiedenen Bakterienstämmen sondern vielmehr den Druck/Stress bei den Fadenmaulbrütern.


    Auch wenn ich von der Bakterienstammdiskussion abkomme trotzdem noch die Frage nochmals zum Besatz mit den Cyathopharinx.

    Wenn ich den Besatz anpasse und nur die Cyprichromis sowie Fadenmaulbrüter drin lasse, also keine künftigen Caudos, keine Leleupis, etc. - seht Ihr trotzdem Probleme?


    Oder andere Variante, anstelle den Cyathoparinx vielleicht eine ruppigere Art wie Ophthalmilopia Ventralis? Die könnten den Cypris Speckleback womöglich Parole bieten?


    Beste Grüsse

    Patrick