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Waco Bay - Entwicklung eines Tanganjikasee-Mikrokosmos

  • Waco
  • 7. April 2026 um 14:10
  • Waco
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    LK Unterallgäu
    • 7. April 2026 um 14:10
    • #1

    Ich möchte hier etwas die Entwicklung meines Beckens „Waco Bay“ dokumentieren und die Erfahrungen mit euch teilen.

    Den Umstieg von Südamerika auf Ostafrika habe ich in den anderen Threads schon erzählt und auch schon etwas zur Technik gesagt.

    Projekt 350 × 100 × 80 Aquarium - Konfiguration und Detailfragen - Seite 5 - Aquaristik Technik - Tanganjika Cichliden Forum

    und Besatz eines 3600l Tanganjikabeckens - Besatzvorschläge / Besatzfragen - Tanganjika Cichliden Forum

    Hier nur nochmal, für diejenigen die diese Threads nicht verfolgt haben, die Maße, 300x150x80cm, und zwei angehängte Bilder, die den grundsätzlichen Aufbau und den aktuellen Stand bei Inbetriebnahme zeigen.

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    Was ist die Intension hinter dem Becken:

    Ich möchte gerne eine Lebensgemeinschaft erstellen, die hier ihr möglichst natürliches Verhalten zeigen kann. Der Tanganjikasee bietet eine Fülle an Arten, die ihre ganz eigenen Verhaltensweisen haben. Felsbewohner, Sandbewohner, Freiwasser, Offenlaicher, Maulbrüter…! Idealvorstellung wäre eine Zusammensetzung an Arten, von denen jede ihr Verhalten im Zusammenspiel mit den anderen Arten ausleben kann.

    Auch wenn der See teilweise eine sehr hohe Individuendichte aufweist, glaube ich doch, dass wir in unseren Becken oft zu viele Tiere auf begrenztem Raum halten.

    Von daher würde ich versuchen wollen nicht zu hoch mit der Besatzdichte zugehen.

    Mal sehen ob das funktioniert!


    Am 31.03.26 wurde das Becken nun bezogen.

    Erste Bewohner waren 4 N. multifasciatus und 7 N. caudopunctatus(eigentlich 8, aber Nr8 ist nach dem Einsetzen spurlos verschwunden!?!?).

    Wie schon im anderen Thread erwähnt wurden den beiden Arten ihre Bereiche im Becken mit der „Rohrmethode“ zugewiesen.

    Von diesem Zeitpunkt an haben die Multis ihre Schneckenhäuser bezogen.

    Ich habe die Anzahl der Schneckenhäuser im Schneckenfeld bewusst noch einmal etwas reduziert. Hintergedanke dabei war, diese beim Einzug der weiteren Multis wieder einzubringen und dadurch die örtlichen Gegebenheiten nochmal etwas umzustrukturieren. Ziel soll eine Durchmischung der beiden „Stämme“ sein. Im Idealfall bilden alle zusammen eine Kolonie im großen Schneckenfeld.


    Die Caudos haben sich die ersten 3 Tage nur im linken Beckenbereich aufgehalten. Interessanterweise nutzen sie nahezu nie die gebotenen Unterstände/Höhlen/Spalten sondern halten sich immer über oder mit einem Abstand von 10-20cm zu den Steinen und Cryptocorinen auf.

    Die Beckenhöhe wurde anfangs auch nicht ausgenutzt. Sie hielten sich maximal 30cm über dem Boden auf. Jetzt klettert schon hin und wieder einer den Berg rauf!

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    Vor der großen Sandfläche mit den wenigen Steinen hatten sie großen Respekt. Erst nach ca. 4Tagen hat es der erste gewagt und ist in einem „Vollsprint“ über die Sandfläche zum anderen Felsenaufbau geschwommen.

    Grundsätzlich kamen mir die 7 kleinen Caudos (3-4cm) vor wie ein Schwarm Feldsperlinge. Sie sind eigentlich anfangs immer zusammen unterwegs gewesen, aber es gab dauernd Gezanke!

    Jetzt nach einer Woche sieht die Situation schon etwas anders aus. Die Sandfläche wird mittlerweile von allen überschwommen und die Kollegen hängen auch nicht mehr ganz so als Schwarm zusammen. Alles etwas lockerer.

    Das Gezanke ist noch mehr geworden. Teilweise schießt einer der Kollegen über eine Strecke von fast 2 Meter weil er am anderen Ende einen Caudo entdeckt, der ihm nicht gefällt! Dann stehen sich die kleinen Punks kurz mit ihrem aufgestellten Iro gegenüber und drohen einander, bis einer davonschießt.


    Interessant ist zu sehen, wie das Auftauchen der Caudos auf der rechten Beckenseite die Multis beeinflusst hat.

    Anfangs wurde immer ein Multi von den anderen 3 etwas abgedrängt. Weg von den Schnecken hin zum Geröll. Er hatte sich schon damit abgefunden und dort sein Revier bezogen. Seit nun aber die Caudos hier immer wieder mal vorbeischauen darf er wieder zu den anderen drei Multis und dann verteidigen sie zu viert die Schnecken.

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    Die Vier schrecken da vor nichts zurück. Teilweise fahren sie zu viert mitten in so ein Drohgehabe zwischen zwei Caudos, dass die nur so auseinanderspritzen!


    So das war es für den Moment.

    Ich bin sehr gespannt, wie sich die Dynamik im Becken verändert, wenn weitere, vermeintlich gefährliche(?) Arte, als Mitbewohner einziehen. Nicht das ein N. leleupi, J. transcriptus oder einer der Sandcichliden ihnen wirklich schaden will/kann, aber auch die Caudos müssen dann erst wieder ausloten was geht und was nicht!


    Ach eines fällt mir noch ein!

    Ich habe das Becken ja schon lange mit dem Wasserstand von 80cm, aber ich musste mir bisher noch nie wirklich Gedanken über die Fütterung machen.

    Alle bisherigen Bewohner sind sofort, wenn sie bemerkt haben, dass es Futter gibt in die Beckenmitte geschwommen und haben gewartet, was es gibt.

    Bei den Multis ist das anders. Die stehen, nach der Strömung ausgerichtet, immer so 2 bis 10cm über ihren Schneckenhäusern. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Tja, nur kommt da kein Futter hin, wenn man es oben reinschmeißt. Die Caudos hauen sich den Bauch voll mit allem, was beginnt abzusinken und zu schweben. Aber bei den Multis kam anfangs nichts an.

    Ich habe mir mittlerweile aus einem Trichter, Rohr und 90°Bogen eine Fütterungseinrichtung gebaut. Jetzt kann ich die Öffnung des Bogens in der Höhe der Multis mit einem Abstand von 20cm vor ihnen platzieren und dann driften die Futterstücke langsam auf sie zu! Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.   Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Jetzt ist Schluss!

    Gruß

    Waco

  • Ravaka
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    • 10. April 2026 um 16:18
    • #2

    Das Becken sieht richtig klasse aus. Bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.
    Und gute Idee mit der Fütterungsvorrichtung für die Multis :thumbup:

    Beste Grüße, Stefan :)

  • Waco
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    • 17. April 2026 um 11:36
    • #3

    Hallo Tanganjikaner!


    Heute gibt es wieder mal ein kurzes Update aus der Waco-Bay.


    Die Tiere, die bisher eingezogen sind, haben sich sehr gut eingelebt. Jetzt sind sie 2,5 Wochen im Becken.

    Bei den Caudos kristallisiert sich ein Paar heraus, die immer gemeinsam umherziehen.

    Interessanterweise, und für mich eigentlich überraschend, haben sie sich als Mittelpunkt ihres Wirkraumes genau die Beckenmitte auserkoren.

    Hier liegen mitten in der Sandzone 3-4 kleinere Steine und die sind ihr Zentrum. Von dort aus wird alles ferngehalten. Ich dachte die würden sich näher am Geröll aufhalten, in einem Bereich wo sich auch Höhlen/Spalten befinden. Nix da.


    Das führ wiederum dazu, dass der Rest, also die restlichen 5 Caudos, sich im ganzen Becken, mehr oder weniger in den Randbereichen verteilen und dort ihre Reviere bilden.

    Einer hat sein Revier hinter dem kleinen Schneckenfeld der Multis bezogen.

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    Das führt zwangsläufig zu etwas Gezanke. Die Multis wollen ihn da nicht so nahe haben und er ist auch nicht bereit zurückzuweichen. Immer wieder gibt es mal von den Multis, mal von dem Caudo eine kurze Attacke. Dann dreht man wieder bei und in 10 Minuten trifft man sich wieder. Mal schauen, wie das weitergeht.

    Geplant war ja genau in dem Gebiet mehr Schneckenhäuser einzubringen und weiter Multis zu platzieren. Vielleicht ziehe ich das Schneckenfeld doch eher etwas mehr Richtung Beckenmitte und platziere im Bereich des Caudo-Reviers noch einen größeren Felsbrocken, der eine Barriere zwischen seinem Revier und den Schnecken der Multis bildet.


    Als nächstes werden J. transcriptus(4x) und N. leleupi(4x) einziehen und im Moment tendiere ich zu Aulonocranus dewindti (1/3 oder 2/4?) und eine Hand voll X. spilopterus als zusätzlichem Besatz.

    Und früher oder später Cyprichromis.

    Wenn dann mal alle eingezogen sind, wird sich die Dynamik im Becken sicher nochmal neu ausrichten!


    So viel von heute.

    Schöne Grüße

    Waco

  • Waco
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    LK Unterallgäu
    • 24. April 2026 um 09:29
    • #4

    Guten Morgen!


    Hui, jetzt ist Bewegung im Becken!

    Lauter Psychopaten. Also nicht die Mitleser hier, sondern die Fische aus dem See!


    Vor drei Tagen sind die angekündigten N. leleupi und J. transcriptus eingezogen.

    Zusätzlich noch C. leptosoma mpulungu.


    Es kam wieder die Röhre zum Zuge, um die Tiere etwas zu schützen und beim Einsetzen schon mal an das neue Refugium zu gewöhnen. Dabei wurden je 2 Leleupi + 2 Transcriptus am rechten und am linken Steinhaufen platziert.

    Das hat soweit auch gut geklappt, aber die N. caudopunctatus, die sich ja mittlerweile im ganzen Becken verteilt ihre Bereiche gesucht haben, sind echte Stinkstiefel.

    Bei Tanganjika.si steht in der Beschreibung: Relatively peaceful but can become quite aggressive during spawning and when guarding fry.

    Na, da bin ich ja mal gespannt, wie sie sich verhalten sollte, da tatsächlich mal gelaicht werden!

    Von „relatively peaceful“ ist da nix zu merken. Sie greifen jeden neuen Mitbewohner an sobald der sichtbar wird. Ich hatte schon mal geschrieben, dass sie nicht in die Höhlen/Spalten der Steine gehen, sondern sich außerhalb mit etwas Abstand dazu aufhalten.

    Sobald nun ein Juli oder Leleupi seinen Kopf nur mal 2cm aus den Steinen raussteckt, wir der auch schon attackiert. Und siehe da: Ausgerechnet in dieser Situation gehen die Caudos auch in die Steinaufbauten rein und verfolgen die Neuankömmlinge.

    Mal schauen wie sich das über die Zeit entwickelt.

    Leider sind im Moment die Caudos den Neuankömmlingen körperlich überlegen, da die Neuen noch sehr jung und zierlich sind.

    Jetzt heißt es dafür zu sorgen, dass die Neuen auch genug Nahrung abbekommen, um sich zu entwickeln und dann den Caudos etwas entgegensetzen zu können.


    Im Moment sehe ich zwar die 4 Leleupis immer wieder mal, aber von den Transcriptus sehe ich nur einen regelmäßiger.


    Aber auch die Leleupis verhalten sich genau so wie es Cichliden aus dem Tanganjikasee eben tun. Kaum haben sie mal 2 Minuten Ruhe und begegnen sich gegenseitig, hauen sie sich auch schon wieder die Köpfe ein. Noch gibt es keine Anzeichen von Verletzungen, aber stressig ist das allemal. Auch für mich als Zuschauer!


    Da läuft es mit den Cyprichromis etwas besser. Die ziehen als (kleiner) Schwarm durch das Becken und weichen den Caudos geschickt aus.

    Teilweise haben sie sogar den Spieß umgedreht und haben einen Angriff abgewehrt, um dann in ganzer Gruppenstärke dem Caudo zu folgen. Sie haben ihn quasi in ihren Schwarm integriert. Das hat die Caudos gewaltig irritiert und der Angriff wurde abgebrochen. Es fällt auch fast nicht auf, dass da in dem Haufen ein Caudo mitschwimmt, da die Cypris auch noch bei ca 4,5-5cm sind und noch kaum Farbe zeigen.

    Teilweise ist auch schon zu sehen, dass sich die Cypris gegenseitig drohen und gewisse Bereiche im Becken bevorzugen. Sie nutzen wirklich die ganze Höhe, Breite und Länge aus.


    Einziges Problem bei dieser Spezies ist im Moment die Nahrungsaufnahme. An „Fertigfutter“ behalten sie quasi nichts bei sich. Sie schnappen gierig zu aber spucken es sofort wieder aus. Im Moment füttere ich verschiedene sehr kleine Granulate(Sera; Tropical) und sehr fein zerriebenes Flockenfutter(Tropical).

    Dummerweise fressen sie auch keine aufgetauten Daphnien. Scheint so als ob sie nur Lebendfutter, z.B. Artemia-Nauplien, kennen würden.

    Werde es heute noch mit weißen Mückenlarven versuchen.

    Die Caudos fressen alles und sehen deshalb schon eher „mollig“ aus!!!

    Die Leleupis und der eine Transcriptus sind auch nicht die großen Fressmaschinen. Kann natürlich auch noch an der Eingewöhnungsphase liegen.


    Ach ja, den Multis geht es gut. Sie haben gerade auch jede Menge mit Abwehrarbeit zu tun!


    Ich denke das muss sich jetzt alles etwas einspielen und jeder seine Nische finden.


    Das war’s!


    Schönes Wochenende

  • Andreas MD
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    • 24. April 2026 um 10:04
    • #5

    ...und das in dem Riesenpott - echt krass.

    Wo kommen die Cypris her? Weißt du, wie sie bisher gefüttert wurden?

  • Ravaka
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    • 24. April 2026 um 10:07
    • #6

    Hi Waco,

    spannende Beobachtungen, die Du uns hier vorstellst.

    Hatte auch mal caudopunctatus in einem größeren Becken. Kann das, was Du erzählst, nur bestätigen: Das waren echte Stinkstiefel und überaus durchsetzungsstark.

    Aber wenn sich die N. leleupi und J. transcriptus erst mal etabliert haben, wird das schon klappen. Ist halt immer ein Problem, wenn man etwas nachsetzt.

    Dann wieter viel Spaß mit Deinem Wahnsinns-Becken.

    Beste Grüße, Stefan :)

  • Tanga-Flo
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    • 24. April 2026 um 10:19
    • #7

    Hi,
    grundsätzlich:

    Warum überhaupt getrennt einsetzen?

    Da ist doch genau das vorprogrammiert, was du jetzt berichtest.
    Im Idealfall setzt man alle Neuankömmlinge zusammen rein, so gibt es noch keine festen Reviere usw. Jeder muss sich neu orientieren. Das ist nur purer, zusätzlicher Stress für jedes Tier, was neu dazukommt.


    Auch das mit der Röhre ist, sorry, wenn ich das sage, m.E. Quatsch. Als ob man die Tiere erziehen könnte 😅

    Wenn neu einsetzen, dann vielleicht im Dunkeln etc, wenn eh alles ruhig ist.


    Ansonsten kann ich nur bestätigen, je größer das Becken, desto größer werden die Reviere der einzelnen Tiere und desto heftiger gibts auf den Sack. Und da sind die Caudos, leleupi und Julis ganz vorne mit dabei.

    In kleineren Becken ging es da schon deutlich entspannter zu…


    Auf jeden Fall geiles Becken!!!


    VG

    Flo

  • Patr
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    • 24. April 2026 um 11:10
    • #8

    Hallo Waco,

    schön von deinen Besatz und der Entwicklung zu lesen.
    Ich werde also meine Fische im Notfall hältern und gesammelt einsetzen.

    Hast du die Wasserwerte mal gecheckt ob die auf den Besatz „reagieren“?

    Du hast jetzt auf 3000l netto ca 25 Fische?

  • Waco
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    LK Unterallgäu
    • 24. April 2026 um 12:06
    • #9

    @Tango-Flo:

    Tja wann hattest du in deinem Leben das letzte Mal einen Idealfall 😉

    Theorie und Praxis unterscheiden sich leider manchmal.

    Die Vorgehensweise alle Tiere über einen Zeitraum X zu beschaffen und zu hältern und dann gemeinsam einsetzen ist sicher der Königsweg! Ob es eine Garantie dafür ist, dass Böcke dann nicht doch das gleiche Revier beanspruchen!?


    Ich lass jetzt mal etwas Zeit vergehen, dann sehen wir weiter. Wenn man sich die Videos von van Heusden oder den anderen Kollegen aus dem See ansieht erscheinen manche Kerlchen super zahm, z.B. die Caudos.

    Ich glaube die sind in dem Moment einfach total beeindruckt von dem riesigen Fisch der da Blubberblasen absondert! Hinter seinem Rücken wird dann der Baseballschläger gleich wieder ausgepackt.


    Patrick:

    genutztes Beckenvolumen 3m x1,5m x0,8m= 3600l; Abzüglich Innenfilter und Einrichtung(Steine, Bodengrund); Aktueller Besatz 27 Individuen

  • Waco
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    LK Unterallgäu
    • 24. April 2026 um 12:09
    • #10

    Patrick:

    Sorry vergessen! Die Wasserwerte habe ich vor dem 2ten Besatz gemessen. Da gab es wie zu erwarten keine Veränderung.

    Habe dann trotzdem einen Teilwasserwechsel gemacht und 2 Tage später die Neuankömmlinge dazugesetzt.

    Werde demnächst wieder mal messen.

  • Online
    Malte I.
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    • 24. April 2026 um 13:33
    • #11

    Wenn du die Caudos jetzt schon für Psychopathen hälst, wirst du viel Spaß mit den anderen Arten haben, wenn die mal anfangen zu brüten.

    Gruß
    Malte

    Fisch- und Vivaristik-Termine

  • Steffi
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    • 24. April 2026 um 19:09
    • #12

    Hallo zusammen :hi:

    Den erwähnten „Idealfall“ gibt es tatsächlich selten.
    Die von Waco praktizierte „Platzzuweisung“ habe ich noch nie versucht. Kann deshalb nicht beurteilen, ob dies eine zielführende Methode ist. Wenn ich revierbezogene Arten zusetze, stelle ich unmittelbar kurz zuvor die Einrichtung um, damit auch die eingesessenen Tiere sich ein neues Revier suchen müssen und die Karten quasi von Grund auf für alle Tiere neu gemischt werden 😎

    Männlich ,ch

  • Mantes
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    • 24. April 2026 um 19:39
    • #13

    Nachträgliches Zusätzen kann auch für Ruhe und Harmonie sorgen !

    So war es hier ; der Leleupi Bock stresste den ganzen Tag die Brevisbande, in dem er immer wieder die Reviere bei deren Schneckenhäusern abschwamm und die Weibchen in die Häuser jagte. Nun ist ein V.Moorii dazugekommen und interessiert sich für die Nachzucht der Leleupis. Ergebnis; der Leleupi Bock bewacht seine Jungen und alle leben in Ruhe und Frieden...

    Ich wollte ja gern noch weitere Moorii`s und oder N. Marunguensis einsetzen, aber genieße eigentlich gerade diese Ruhe im Becken...

  • Rheinlaender
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    • 25. April 2026 um 00:53
    • #14

    Hallo,

    Zitat von Tanga-Flo

    Warum überhaupt getrennt einsetzen?

    Da ist doch genau das vorprogrammiert, was du jetzt berichtest.
    Im Idealfall setzt man alle Neuankömmlinge zusammen rein, so gibt es noch keine festen Reviere usw. Jeder muss sich neu orientieren. Das ist nur purer, zusätzlicher Stress für jedes Tier, was neu dazukommt.

    sehe ich absolut genauso.

    Was spricht bei gängigen, leicht erhältlichen Arten denn dagegen, diese gleichzeitig zu erwerben und auch einzusetzen?

    Beste Grüße
    Christian

  • Waco
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    LK Unterallgäu
    • 27. April 2026 um 13:42
    • #15

    Hallo Zusammen!


    So jetzt ist fast eine Woche vorbei und schön langsam läuft das hier wieder etwas geregelter.

    Erfreulich erst Mal:

    Es gab fast keinen Verlust unter den Neuzugängen. Nur ein Cypri ist verschwunden. Aber dieses Tier sah von Anfang an deutlich schlechter aus als alle anderen. Eingefallener Bauch, angelegte Flossen…

    Der Rest der Cypris ist wohlauf und frisst mittlerweile recht gut. Als erstes nahmen sie die weißen Mückenlaven und mittlerweile auch Flocke und Daphnien. Man sieht einige Zeit nach der Fütterung auch schön etwas Kotabsatz. Verdauung funktioniert.


    Zwischen Julis, Caudos und Leleupis hat sich das auch etwas eingespielt. Man kennt sich nun eben und weiß, wem man gleich aus dem Weg gehen sollte und wem nicht.

    Die Julis untereinander sind relativ harmlos 2 Individuen scheinen sich fast schon sympathisch und die anderen Beiden werden auf kurze Distanz gehalten.

    Es sieht supercool aus, wenn die zwei „Freunde“ miteinander die Steilwand erklimmen und ganz eng an der fast senkrechten Wand nach oben, bis fast zur Wasseroberfläche, schleichen und hin und wieder mal was aus dem Aufwuchs(?) zupfen.

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    Die Leleupis untereinander sind noch nicht so recht handzahm. Da gibt es schon noch ab und an eine Verfolgung quer durch das ganze Becken. Aber es ist nicht so dass sich ein Tier ständig zurückzieht. Man sieht alle 4 regelmäßig am Rande der Steine im Übergang zum Sand und zum Freiwasser. Und interessanterweise auch kopfüber in der Mitte der Rückwand.


    Auch die Caudos hauen nicht mehr sofort und immer voll drauf. Mit den Julis verstehen sie sich besser als mit den Leleupi, aber auch da passiert es schon, dass sie mal gemeinsam auf dem Boden nach Nahrung suchen. Bis es dann halt mal zu nah war. Die zwei größeren Leleupi lassen sich aber dann auch nicht mehr sofort durch das Becken jagen, sondern drohen einmal kurz mit einer Breitseite und ziehen sich dann zurück.

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    Zu den Cypris:

    Die machen einen sehr aufgeweckten Eindruck. Ziehen durch das ganze Becken und sind in jeder Höhenlage zu finden. Die haben mit keiner anderen Art Stress.

    Eine Frage an die Cypri-Profis. Woran erkennt man bei Jungtieren als erstes das Geschlecht? Für mich sehen die echt alle gleich aus. Farbe ist noch nicht wirklich zu erkennen. Kann man an der Körperform/Kopfform/Flossenform auch die Geschlechter unterscheiden oder nur/erst wenn die Jungs deutlich bunter und die Mädels silber/braun bleiben?

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    So viel für heute!

  • Waco
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    • 27. April 2026 um 13:53
    • #16

    Andreas MD: Sorry, deine Frage habe ich noch nicht beantwortet. Ich weiß leider nicht wie die vorher gefüttert wurden. Gott sei dank hat sich das mittlerweile erledigt(hoffe ich) .

    Es ist echt krass zu sehen, dass sich Alle, nicht nur die Cypris, sobald ich in den Raum komme vor der Frontscheibe versammeln. Wenn ich dann noch die Trittleiter hole geht es rund voll Vorfreude!


    Tanga-Flo: Das mit der Röhre hat jetzt nicht mehr wirklich was mit Platzeinweisung zu tun. Bei "stationären" Arten wie den Multis funktioniert das bei der Beckengröße super. Ist aber kein Erziehen!

    Bei allen anderen Arten erleichtert es, meiner Meinung nach, die Eingewöhnung durchaus.

    Aber auch hier gilt: Röhre- Jeder kann; Keiner muss!


    Ade!

  • Waco
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    • 6. Mai 2026 um 13:55
    • #17

    Hallo aus Waco-Bay!


    Die aktuelle Lebensgemeinschaft hat sich mittlerweile echt gut eingelebt.

    Es gibt kein übertriebenes Mobbing innerhalb des Besatzes .

    Man hat sich arrangiert und gelegentliche, übliche Aggressionen verteilen sich auf alle Individuen relativ gleichmäßig.


    Bei den Caudos tut sich was:

    Mittlerweile kann man an dem gelben Abschluss der Schwanzflosse ziemlich gut 2 Männchen und 5 Weibchen ausmachen.

    Beim letzten Mal habe ich schon erwähnt, dass zwei Caudos schon als Paar agieren und ein Revier suchen. Mittlerweile hat sich das etwas weiterentwickelt.

    Dieses Paar hat ein Schneckenhaus bezogen und hat das Haus begonnen zu vergraben. Es hat einen Hügel um das Schneckenhaus aufgeschüttet.

    Das Weibchen verschwindet immer wieder in der Schnecke und dann schaut nur noch das Ende der Schwanzflosse raus.

    Mal schauen!

    Was ich sehr interessant fand: Laut Literatur gehen die Caudos Paarbindungen ein. Nicht so in diesem Fall! Das Männchen hat auch ein Tächtel-Mächtel mit einem weiteren Weibchen.

    Dieses hat als Revier die Steine in der Sandzone bezogen und zusammen haben sie angefangen die Steine zu untergraben.

    Das Männchen pendelt immer zwischen den beiden Mädels hin und her.

    Öfter mal was Neues!


    „Paar1“ am Schenckenhaus:

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    „Paar2“ bei den Steinen:

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    Die Paarbindung bei den Transcriptus hat sich auch weiter verfestigt. Ein echtes Revier oder eine Höhle haben sie noch nicht bezogen.


    Bei den Cyprichromis erkenne ich nach den zweieinhalb Wochen seit sie bei mir eingezogen sind optisch noch nicht wirklich Unterschiede. Weder in Farbe noch Größe.

    Am Verhalten allerdings schon.

    Ein Männchen(?) hat sein Revier beim rechten Felsaufbau bezogen und beginnt damit andere Cypris zu vertreiben oder anzubalzen(?).

    Er legt sich sogar manchmal mit einem Caudo an der dort hin und wieder patrouilliert. Nicht heftig, aber er schwimmt ihn an und stuppst ihn in die Seite.

    Man sieht ihn in den Bildern oben, mittig.

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    Die Multis verteidigen weiter ihren Bereich um die Schneckenhäuser und haben diese mittlerweile auch schon deutlich tiefergelegt. Sand wurde unten raus geschafft und rundherum verteilt.

    Es ist auch unglaublich wie durchsetzungsfähig der dominante Bock der Multis ist. Der jagt einen Caudo schon mal 1,50m weg von den Schneckenhäusern, wenn der nicht Bereitschaft zeigt sich freiwillig fernzuhalten.


    Einzig bei den Leleupi ist noch nichts an Sozialverhalten zu erkennen.


    Stay tuned!

  • Linus
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    • 6. Mai 2026 um 15:15
    • #18

    Hallo ,mein Caudopunktatus Männchen ist auch polygam und beglückt 2 Weibchen gleichzeitig !

  • Waco
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    LK Unterallgäu
    • 19. Mai 2026 um 09:47
    • #19

    Neues aus der kleinen Bucht!


    Einen Tag nachdem ich das Letze Mal beschrieben habe, dass sich bei den N. caudopunctatus 2 Brutgemeinschaften gebildet haben, waren bei Paar#1 die ersten Jungfische zu sehen.

    Geschätzt so an die 30Stk. Das Weibchen hat um das Schneckenhaus eine kleine Rinne/Vertiefung ausgehoben und darin haben sich die Jungen, aus dem Schneckenhaus kommend, nach und nach versammelt. Meistens hat das Weibchen diesen Bereich alleine verteidigt und ihr „Teilzeitpartner“ hat nur hin und wieder vorbeigeschaut, um zu unterstützen.

    Ich habe in diesem Fall der Fütterung keine große Aufmerksamkeit geschenkt und habe das einfach so laufen lassen. Man hat immer wieder schön gesehen, wie eines der Jungen nach einem vorbeitreibenden Partikel geschnappt hat. Um so erstaunter war ich, dass nach ca. 4Tagen alle Jungen bis auf 3-4 weg waren. Am 5ten Tag waren dann alle weg.

    Bin mir jetzt nicht sicher, ob sie gefressen wurden, und wenn ja von wem, oder ob sie verhungert sind!?

    Ist jetzt nicht so schlimm, da das nächste Gelege bei Paar#2 schon in Arbeit ist.

    Aber hier zeichnet sich schon ab, dass Geburtenkontrolle nötig wird.


    Auch bei den N. multifasciatus ist seit gestern der erste Nachwuchs sichtbar. Die Anzahl ist aber deutlich geringer, so an die 8Stk vielleicht.

    Hier wird ja in absehbarer Zeit nochmal der Genpool aufgefrischt. Dazu wird etwas umstrukturiert, mehr Schneckenhäuser+Stein, bevor die neuen Multis dazukommen. Mal schauen, wie sich die Kolonie entwickelt.


    Zu den Cyprichromis: Hier zeichnen sich mittlerweile ab, dass auf alle Fälle 2 Männchen dabei sind. Sie haben keine gelbe Farbe mehr in der Rückenflosse und verhalten sich auch anders. Immer wieder ist erstes Anbalzen, mit Farbwechsel am Körper zu sehen. Sie bekommen dann einen dunkel gestreiften Körper. Für den ganzen Rumpf reicht die Farbe noch nicht 😉 Gelbe Schwanzflossen erkennt man noch nicht.

    Ob der Rest alles Weibchen sind ist meiner Meinung nach noch nicht gesichert. Auch unter den vermeintlichen Weibchen sind immer wieder „Revierkämpfe“ zu sehen.

    Ich bin ja noch nicht so der Profi, was Cypris angeht, darum kann ich nicht sagen, ob das bei denen normal ist. Aber ich habe schon das Gefühl, dass sich auch die Weibchen(?) Reviere suchen im Becken.

    Der langfristige Plan bei den Cypris ist die Population durch eigene Nachzuchten deutlich auszubauen. Eventuell wird auch mal der Genpool etwas aufgefrischt mit dem ein oder anderen Mpulungu-Weibchen/Männchen aus anderer Zucht.


    Eine Frage zur Zucht von Cypris:

    Wenn die Jungen ausgespuckt werden, halten sie sich dann wo auf? Eher an der Oberfläche, am Boden, überall? Eher an/hinter Felsen oder im Freiwasser? In Pflanzendickicht, wobei das im See ja nicht wirklich vorkommt wo die eigentlich wohnen!?


    Am meisten Kopfzerbrechen machen mir nach wie vor die N. leleupi. Die zeigen bisher nur das „Ich hau mal drauf“ Sozialverhalten. Da sind auch noch keine Reviere oder Zusammengehörigkeiten zu erkennen. Die 4 ziehen mehr oder weniger durch das ganze Becken und sobald ein „Gelber“ einen anderen „Gelben“ sieht, wird attackiert.

    Es ist zwar zu erkennen, dass einer deutlich größer ist als die andern, aber ob das nun alles Männchen sind, oder sich hier das eine(?) Männchen und die Weibchen einfach nicht riechen können, ich weiß es nicht.

    Ich bin gerade dabei mir noch neue Felsen zu bauen und werde versuchen die große Freifläche mit einem oder zwei Steinen so abzutrennen, dass sich eine Sichtbarriere zwischen rechter und linker Seite ergibt. Alles in der Hoffnung, dass dann bei den Leleupi, und auch teilweise bei den Caudos, etwas mehr Ruhe einkehrt.

    Das habe ich echt unterschätzt, dass die, wenn sie geradeaus sehen können, dann gleich auf Angriff schalten, wenn sie auf der anderen Seite einen Artgenossen erblicken. Auch bei fast 2m Abstand!

    Leider wird dadurch die Sandfläche etwas zerstückelt. Mal schauen, wie ich das elegant und möglichst natürlich lösen kann.

    Eigentlich waren hierfür noch die A. dewindti geplant. Das ist jetzt erst mal auf unbestimmte Zeit verschoben.


    Schönen Tag

  • janjw
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    • 19. Mai 2026 um 11:01
    • #20

    Schön, immer mal wieder Deine ausführlichen Beobachtungen zu lesen.

    Ich kann Dir aus meinen 300x80x80 cm sagen, dass bei mir keinerlei Nachzuchten hochkommen, egal, von welcher Art. Cyprichromis neigen dazu, die Jungen zu übertragen. Die sind dann wenn es gar nicht mehr passt im Maul, schon ziemlich groß, schwimmen dann eher an der Oberfläche und wenn Du das beobachten kannst, hast Du Glück mit dem Rausfangen, wenn nicht, sind alsbald alle weg. Auch schwangere Weibchen fangen ist in solch großen Becken keine Freude. Ich schaffe es immer mal wieder aber frag nicht ;-)


    VG Jan

Bruno


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"Das Leben ist kein Ponyhof"


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